Bastia [Foto. Desjobert ]
Sie ist eine der sch�nsten St�dte Korsikas. Aber Sie verlangt ohne Zweifel mehr Aufmerksamkeit und Vorstellungskraft als andere Orte auf der Insel die mit sich selbst zufrieden sind. Die Zitadelle und das Chorgest�hl sind Zeugen ihres italienischen Ursprungs.
Zwischen dem Zeitalter des Terra Vecchia (der urspr�ngliche Fischerhafen), gegr�ndet 1380, und des Terra Nova (Ausbau der Bastion zur Zitadelle), das ein Jahrhundert sp�ter begann, herrschten hier die Genuesen . Trotzdem hat sich Bastia mit ihren rissigen H�usern, schmiedeeisernen Balkonen und Fassaden an denen die bunte W�sche fr�hlich wie Girlanden im Wind flattert, einen manchmal neapolitanisch anmutenden Akzent bewahrt.
Man kann Bastia wie ein typischer Tourist besuchen: den Saint-Nicolas
Platz �ber den man bummelt bevor man sich in einem der
Caf�s oder auf einer der Terrassen niederl��t, den kleinen Romieu-Park
durch den wir die Zitadelle erreichen, das Ethnographische Museum und das
Meeresmuseum, die Kirchen und die Kapellen mit ihrer
gro�z�gigen Ausstattung. Bastia hat viele religi�se
Sehensw�rdigkeiten, eine Marienstatue aus geh�mmertem Silber
von einem K�nstler des 17. Jahrhunderts aus Sienna, den schwarzen
Christus der Sainte-Croix Kirche, das der Legende nach
von vier wundervollen Lichtern umgeben auf dem Meer treibend
gefunden wurde.
Jedes Jahr findet am 3. Mai ein gro�es Fest zu Ehren des
Schutzpatrons der Kirche statt und die Statue wird an der Spitze
einer Prozession durch die Stra�en der Stadt getragen.
Aber die Sch�nheit Bastias, f�r Fremde eine geheimnisvolle Stadt, besteht nicht aus dem Marmor und Gold ihrer Kirchen. Sie besteht aus den H�usern, mit verschlossenen Fensterl�den und halbge�ffneten Jalousien. Man mu� sich die M�he machen einmal durch die Gassen zu spazieren und sich dort zu verlieren um sie zu entdecken.
[...]Eine Musik wandert zwischen den H�usern umher, s�� wie ein Sommerabend wenn die Musik bis zum Horizont zu reichen scheint. Dann sch�ttelt Bastia ihren Modernismus ab und findet zur�ck zur Gro�artigkeit ihrer Vergangenheit, als die patrizischen Familien in dem ehrenhaften Wohlstand lebten, der ihnen der kosmopolitische Handel einbrachte.
[...]Die Musik breitet sich aus in den steilen G��chen und
erobert die Stadt.
Bastia : Stadt der Kultur, Schmelztiegel der Nationen, mit
einem Schicksal vergleichbar einer italienischen Stadt die vor
Reichtum strotzt.
[...]Vom Saint-Nicolas Platz der zum Meer hin schaut, zweigen
G��chen in den mediterranen Farben und Ger�chen nach oben hin
ab.
�ber dem Cardu-Berg, dessen Gipfel wir sehen
k�nnen, gibt es einen Pa� durch den der Libecciu dringt.
Dieser Wind fegt durch die Stadt wie ein Raubvogel und ergreift
alles, dessen er habhaft werden kann. Dieser Windsto�
verfl�chtigt sich hoch oben am Himmel und Bastia gewinnt ihre
ruhige Erscheinung zur�ck.
Auszug aus Terres de Corse Gabriel-Xavier Culioli