![]() |
Eine kurze Chronologie |
|
Filitosa [Acquaviva/Freunde Filitosas]Die gepeinigte Geschichte |
||
Der korsische Geschichtshimmel ist ein st�rmischer, gepeinigter, voller Gewalt und gekreuzt von blitzartigen Invasionen.
Ein Himmel wo die Momente des Friedens, der tr�gerischen Ruhe schnell von den gierigen Ausbr�chen der Fremden zerrissen wurde - Iberier, Ligurianer oder Phoenizier, Phok�er, Etrusker oder Syrier, R�mer oder Vandalen, Menschen aus Pisa und Genuesen...
Opfer von beidem, der geographischen Position und dem strahlenden Glanz ihrer Sch�nheit, war die Insel trotz ihrer Kampflust f�r lange Zeit gezwungen, ihre K�sten den Eindringlingen preiszugeben, die das Meer st�ndig ansp�lte. Dies f�hrte zwangsl�ufig dazu, da� die Insel ein Temperament - so stark wie das Granit aus dem sie geboren wurde - entwickelte.
Machen Sie eine Zeitreise, wenngleich eine schematische, um besser verstehen zu k�nnen, wie aus den Tumulten der Geschichte die kontrastreiche Harmonie dieses Landes entstehen konnte.
Der Beginn des Megalithzeitalter wird durch erste Megalitharten dokumentiert: S�rge, Dolmen, Menhire und schlie�lich Menhirstatuen, die im Mittelmeerraum hier am zahlreichsten vertreten waren. Dies wird bezeugt durch Filitosa, Hochburg der korsischen Statuenkunst und als Weltkulturdenkmal durch die UNESCO ausgezeichnet.
Ein Eroberer jagte den anderen, zuerst kamen die Iberier, gefolgt von den Liguriern und den Phoeniziern. Diese Invasionen wurden von Allianzen begleitet, die durch die st�ndig neu ankommende Eindringlinge geschlossen wurden.
An der Kreuzung der gro�en Handelsstra�en der Antike gelegen, wurde sie umgehend von einer Allianz aus toskanischen Etruskern und afrikanischen Karthagern eingenommen.
Der Einflu� dieser zahlreichen Zivilisationen war bemerkenswert. Sei es in demokratischer, k�nstlerischer oder technischer Hinsicht. Diesen hohen technischen Standart erreichten sie durch die Ausbeutung der �stlichen Ebene, der Weiterentwicklung des Wein- und Olivenbaumanbaus, der Ausbeutung der Bodensch�tze und der Vermarktung der Seeprodukte.
Dann kamen die Syrier aus dem nahen Sizilien, die jedoch sehr schnell wieder von ebendiesen Karthagern verjagt wurden (280 v. C.).
Korsikas zahlreiche Eindringlinge trugen alle ihren Teil
zur historischen Entwicklung der Insel bei. So entdeckten beispielsweise die R�mer die
Mineralquellen und errichteten Thermen.
Das Christentum wurde vermutlich ab dem zweiten Jahrhundert in Korsika
verst�rkt eingef�hrt. Restitude, D�vote und Julie waren die heiligen M�rtyrer dieser
Zeit
Die Sarazenen (Mauren) - die der Ursprung des korsischen Symbols (dem Maurenkopf) sind - errichteten St�tzpunkte auf der Insel (Campomoro, Morsiglia). Sie waren bis zum 10. Jahrhundert eine Bedrohung f�r die Schiffahrt, bevor sie durch die kombinierten Attacken der Pisaner und Genuesen besiegt wurden.
Verwirrt, ein Opfer der Anarchie und zerrissen durch die K�mpfe der Feudalherren, wurde Korsika immer mehr zum Tauschmittel f�r die Schlichtungspolitik des Papstes zwischen Pisa und Genua. Schlie�lich vertraute Papst Gregoire VII im Jahre 1077 den Pisanern die Regierung Korsikas an.
Die ersten drei
Jahrhunderte genuesischer Herrschaft waren eine unruhige und chaotische Zeit. Genua
�berlie� die Regierung Korsikas den Maona - einer Gemeinschaft von
genuesischen Handelsleuten, danach den Finanziers der Bank des heiligen Georg.
Diese Zeit wurde auch durch die spanischen Absichten auf dieses gespaltene Land gest�rt.
Die korsischen Herren, die eine anarchische Politik von zahlreichen und konfliktreich Allianzen mit Genua und den Aragoniern f�hrten, ruinierten das Land. Ihre Burgen wurden w�hrend der Revolte von 1358 von einer aufgebrachten Menge, angef�hrt von Sambucuccio von Alando, zerst�rt.
Nun war Frankreich unter Henri dem II. an der Reihe die Insel, im Krieg gegen die
Spanier unter Charles Quint, zu besetzen.
Aber Frankreich, deren Armee durch angeworbene korsische Truppen unter der Leitung von Sampiero Corso verst�rkt wurde, mu�te die Insel schon sehr
bald wieder den Genuesen �berlassen.
Sampiero, der sich dieser Situation verweigert, beginnt einen verzweifelten Krieg gegen
Genua, der seine Autorit�t letztendlich festigt.
1569 kehren Frieden und eine Amnestie in Korsika ein. Das Land ist ruiniert, entv�lkert
und von Epidemien verw�stet. Zivil- und Strafgesetze sowie einige Institutionen werden
eingerichtet.
Auf dieser entv�lkerten Insel landen die Griechen auf der Flucht vor den T�rken und errichten Paomia und Carg�se .
W�hrend des 16. Jahrhunderts werden die K�sten mit T�rmen gesichert, um besser gegen
die �berf�lle der Berber gesch�tzt zu sein.
Aus dieser genuesischen Besatzungszeit stammen die St�dte und Zitadellen von Calvi und Bonifacio. Die Kirche erlebte einen neuen
Aufschwung, Ajaccio wurde eine neue
Kathedrale gestiftet.
Die Entwicklung der Landwirtschaft in der �stlichen Ebene scheitert trotz zahlreicher
Versuche an der Malaria.
Die Landwirtschaft bleibt zum gr��ten Teil in p�pstlicher Hand, w�hrend sich die
Region des Cap Corse in �konomischer
Hinsicht gut entwickelt.
Durch ihre autorit�re Herrschaft verhindern die Genuesen die Entwicklung einer
Demokratie. Dies f�hrt zu ersten Aufst�nden.
Vier Aufst�nde ersch�ttern Korsika. Aus diesen grausamen Schocks entsteht mit Jean Pierre Gafori das Gef�hl eine Nation zu sein und danach der Wille zu einem Unabh�ngigkeitskrieg, der von Pascal Paoli gewonnen wird. Von den Aufst�nden der Bergbewohner, begonnen in der Castagniccia, die Bastia pl�nderten, bis zur Versammlung der Dorfvorsteher, die sich auf die Gleichberechtigung konzentrierten, wurde die ganze Insel von dieser Bewegung ergriffen.
Diese Unruhen stachelten den Machtkampf der am (von �sterreich ausgel�sten) Krieg beteiligten Gro�m�chte im Mittelmeerraum noch mehr an. England wurde von Sardinien unterst�tzt, von wo aus Korsika attackiert wurde; die Spanier verb�ndeten sich mit den Franzosen.
Die vierte Revolte, ausgel�st durch den Abzug der franz�sischen Truppen, brachte 1753 die Ermordung von Gafori in Corte. Korsika wurde 1755 unter Pascal Paoli, General eines Korsikas, das 14 Jahre lang unabh�ngig blieb, vereinigt.
Dieser Mann, der von vielen als Staatsoberhaupt anerkannt wurde, erregte eine geeintes Mitgef�hl der �ffentlichkeit und der europ�ischen Intellektuellen, obwohl Korsika bis dahin f�r die meisten v�llig unbekannt war.
Das Interesse an Korsika und seinem Oberhaupt, einem leidenschaftlichem Demokraten,
wurde in den B�chern von Jean-Jacques Rousseau ("Contrat Social",
"Projet de Constitution") und vor allen Dingen in den B�chern des
schottischen Schriftstellers James Boswell (Account of a tour to Corsica) festgehalten.
Pascal Paoli, Mann des Fortschritts, wu�te die demokratischen Ideale den Gegebenheiten
des Korsikas des 18. Jahrhunderts anzupassen.
Er gab Korsika eine Hauptstadt - Corte - und auch eine Universit�t. Au�erdem legte er die Grundlagen f�r einen Staat in dem die "Korsische Nation" an erster Stelle stand.
Drei Monate sp�ter, am 15. August 1769, wurde Napol�on Bonaparte geboren.
Pascal Paoli lebte 21 Jahre lang im englischen Exil. Seine R�ckkehr wurde durch die
Schaffung eines anglo-korsischen K�nigreiches gepr�gt, das nur zwei Jahre �berlebte
(1794-1796).
W�hrenddessen wurde Korsika am 30. November 1789 per Erla� zum "Teil
des franz�sischen K�nigreichs" erkl�rt.
Die Intervention der franz�sischen Truppen und die sp�teren erfolgreichen Feldz�ge Napoleons, st�rkten die Beziehungen zu Frankreich., das mit seinem kolonialen K�nigreich schnell zu einem Auswanderungsland f�r einen Teil der Inselbev�lkerung wurde, die w�hrend des 19. Jahrhunderts rapide zunahm.
Der hohe Tribut, der von Korsika wegen der letzten beiden Weltkriege und der Beteiligung an der Resistance gezahlt wurde, sind Zeichen f�r die Zugeh�rigkeit zu Frankreich. Aber diese Insel bleibt trotzdem mehr als je zuvor ihrem besonderen, einzigartigen Land verbunden, das ihr die Natur und ihre Geschichte seit ihrer Geburt gegeben haben.
Andere Rubriken zum Thema Geschichte:
Die Figuren der Geschichte / Anlagen und
Monumente
Vendetta und Bandits d'Honneur [Vogelfreie] / Ein Symbol Der Maurenkopf
Einige B�cher, um mehr zu erfahren....
| Andere Rubriken |
Gehen Sie zu einem der folgenden Sammelbegriffe |
Treffen Sie die
Autoren
Schreiben
Sie uns!