Der Naturpark von Biguglia 
Der Teich von Biguglia
Diesen Platz gibt es wirklich, was sage ich da, er drängt sich im Nordosten Korsikas auf, zwischen Bastia und der Mündung des größten Flußes der Insel: dem Golo.
Der Teich von Biguglia, damals Teich von Chiurlinu genannt, ist der
größte der Insel: 1450 Hektare, 11 Kilometer lang und eine Breite von 2,5
Kilometern an der breitesten Stelle !
Dem Meer entlang (er ist davon nur durch ein schmales "Lido", dessen Breite
unter einen Kilometer liegt, getrennt) erstreckt er sich über die vier Gemeinden Furiani,
Biguglia, Borgo und Lucciana. Somit belegt er fast die gesamte Küste der Maranaebene.
Die außergewöhnliche Eigenschaft dieser Stätte ist aber nicht auf seine Landschaft begrenzt. Ihre Eintragung auf die Liste der weltweiten wichtigen feuchten Gebieten aufgrund des Ramsar-Abkommens sowie die Aufstellung der Sonderschutzzonen aufgrund der europäischen Richtlinien bzgl. Erhaltung von Wildvögeln, ohne ihre Klassifizierung als Naturpark zu vergessen, bezeugen von einer besonders bemerkenswerten ökologischen Bedeutung.
Und ganz besonders biologisch: Das Schlammfelder-Mosaik, die salzigen Wiesen, die Weiden und weitere Weideländer, die die Teichufer schmücken, bieten alle - durch die Vielzahl der beherbergten Fauna von wirbellosen Tieren - Fortpflanzungs- und Nahrungsgebiete für zahlreiche Tiergattungen an.
Vier Sorten überwintern massig auf der Wasserfläche ("Foulque macroule" (Bläßhuhn mit großem Schwanz), "Fuligule morillon" (brauner entenähnlicher Schwimmvogel), "Fuligule milouinan" (Entensorte in Rot und Schwarz) und großer Kormoran), während verschiedene mittel- und nordeuropäische Sorten zu den "Roselières" (Schilffeldern) für einen winterlichen Aufenthalt wandern (Eisvogel, Schilfammer oder "Remiz"-Meise).
Die Schlammfelder im nördlichen Teil des Teichs werden häufig von den Zugvögeln besucht. Beobachtungen über beinahe zwei Jahrzehnten zeigen, daß die meisten Sumpfbewohner, große Stelzvögel und "Laridés" (kleine und große Möwen, "Stemes" und "Guifettes") aus Europa hier eine Pause einlegen.
Der Teich bietet außerdem starkes Fischereipotential an, das seit sehr vielen Jahren eine handwerkliche Fischerei - basierend auf der Auswertung der Wanderungseigenschaften der Fische und auf den natürlichen Setzlingen aus dem Meer - versorgt. Aale, Meeräschen und Wolfsbarsche stellen den größten Erzeugungsanteil dar; die Eersteren 65% der Fischfänge.
Als wirkliches Naturwunder zeichnet sich der Naturpark von Biguglia letztendlich durch einen erstaunlichen Blumenschatz aus. Zwei Ausdrücke sind geboten: "Vielfalt" aber insbesondere "Rarität"; die Pflanzenaufstellung zeigt, daß ca. dreizig Sorten davon selten und sogar sehr selten sind. Einige bedürfen sogar besondere Aufmerksamkeit (Kosteletzkya pentacarpos, Thelypteris palustris, Sagittaria sagittifolia und Tamaris africana).
Die internationale Anerkennung der außerordentlichen Eigenschaften des Teichs, welcher die Klassifizierung als Naturpark hinzukommt, stellt einen wesentlichen Fortschritt bzgl. Schutz einer solchen Stätte.
Auszug aus Mer et Littoral [ M. Laudato ]